Partizipation und Gesundheit
CHAMP organisierte am 20.1.2011 mit dem Referenten Jascha Rohr vom Institut für Partizipatives Gestalten einen Workshop zur Partizipation im Gesundheitswesen.
Bei “Partizipation” handelt es sich um “Teilhabe” im Gegensatz zur alleinigen “Teilnahme”. In der Medizin wissen wir aus der Forschung, dass partizipative Entscheidungsfindung (“Shared Decision Making”) zwischen Patient und Arzt zu besseren und vor allem nachhaltigeren Resultaten in der Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten führt, zum Beispiel in Bezug auf die Umsetzung von Lebensstilveränderungen oder Treue bei der Medikamenteneinnahme. Dabei begegenen sich Patient und Arzt gleichberechtigt auf Augenhöhe und erstellen Therapiepläne gemeinsam. Im Workshop ging es insbesondere darum, wie partizipative Gestaltungsprozesse von Beteiligten im Gesundheitsbereich vermehrt zur Anwendung kommen können, zum Beispiel in der Planung von Senioren-Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern oder bei Präventionsprojekten. Wie können Bedürfnisse und Wissen aller Beteiligten besser erfasst werden und in ein vernünftiges und wirkungsvolles Konzept einfließen?
Kursteilnehmer waren Ärzte, Psychologen, Wissenschaftler, Patienten und Vertreter von Selbsthilfegruppen. Sie erlernten unter der erfahrenen Moderation des Referenten aktiv am Beispiel von aktuellen Problemen Moderationstechniken wie z.B. das “World Café”, “Palodium ” oder “Open Space”, die es erlauben, Partizipation in Gruppen zu realisieren. Dabei wurde deutlich, dass partizipative Methoden für viele Probleme im Gesundheitssystem (z.B. Hausärztemangel auf dem Land, Präventionsprojekte in Settings) eine erfrischend andere Perspektive und neue Lösungsansätze bringen könnten.
